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Zwergbartagamen sind sehr neugierig und interessieren
sich für alles in ihrem Umfeld. Hierzu gehört auch alles, das außerhalb des
Terrariums passiert. Sie beobachten sehr genau und reagieren auf Neuerungen und
Veränderungen im Umfeld.
Ich halte eine Gruppe von einem Männchen und zwei Weibchen in meinem
Terrarium. In der Natur sind Zwergbartagamen allerdings Einzelänger, die
sich meist nur während der Paarungszeit annähern und sich ansonsten aus dem Weg
gehen.
Die Haltung mehrerer Männchen zusammen in einem Terrarium ist umstritten. Ich
rate eher davon ab.
Bei der Haltung von mehreren Zwergbartagamen in einem Terrarium sollte beachtet
werden, das die Tiere genügend Verstecke vorfinden und Platz zum rennen und
klettern haben.
Im Terrarium kann man verschiedene Verhaltensweisen unterscheiden, die ich
nachfolgend erleutern möchte.
Thermoregulation
Wie erwänt gehören Zwergbartagame zu den wechselwarmen Tieren.
Nur in einem begrenzten Maß können sie dies aktiv beeinflussen. Zum aufwärmen
(steigerung der Körpertemperatur) muss dem Tier im Terrarium eine
geeignete Stelle geboten werden. Zum einen durch bereit stellen von Sonnenplätzen
und zum anderen durch schaffen von unterschiedlichen Temperaturzonen.
Am frühen Morgen sind die Tiere meist dunkler gefärbt. Sie such dann ihre
Sonnenplätze auf und nehmen die Wärme durch abflachen des Körpers auf. Lokal
unter dem Sonnenspot sollten daher Temperaturen von bis zu 50-55 Grad
herrschen. Diese "Aufwärmphase" ist zur Anregung des Stoffwechsels
notwendig.
Wird es der Zwergbartagame unter dem Sonnenspot zu warm, öffnet sie ihr Maul
und beginnt eventuell sogar zu hecheln. Durch das öffnen des Mauls wird der
Speichel verdunstet. Durch diese Verdunstungskälte kühlt sich das Tier ab.
Reicht dieses allein nicht aus, werden die kühleren Stellen im Terrarium
aufgesucht. Diese sollten kühler sein als die Grundtemperatur und in etwa 25-28
Grad betragen. Hierzu lest bitte auch den Bereich der Terrarienbeleuchtung.
Paarungsverhalten 
In der Bewegung aufgenommen
Die Paarungsgebärden der Zwergbartagame ähneln deren des
Revierverhaltens, jedoch ohne das Weibchen zu verletzen.
Das Männchen nickt seinem Weibchen heftig zu. Das Weibchen antwortet meist dem
nickenden Männchen mit winken, wenn sie zur Paarung nicht bereit ist. Ist das
Weibchen paarungswillig senkt sie langsam ihren Oberkörper auf und ab und hebt
ihren Schwanz etwas an.
Diese Gebärde bleibt vom Männchen natürlich nicht unerkannt und er beginnt das
Weibchen zu umkreisen. Signalisiert das Weibchen immernoch
Paarungsbereitschaft, so beisst das Männchen vorsichtig in den Nacken des
Weibchens. Er versucht einen seiner beiden Hemipenisse in die Kloake des
Weibchens einzuführen.
Dabei verschlingen sie sich etwas in einander und heben ihre Schwänze etwas zur
Seite. Nach dem Paarungsakt lösen sich die beiden wieder von einander.
Manchmal kann das Paarungsspiel recht brutal aussehen, doch keine Sorge. Bisher
ist noch keines meiner Weibchen zu schaden gekommen.
Revierverhalten
Oft sind es Männliche Zwergbartagamen, die ein ausgeprägtes Revierverhalten
zeigen und erhöhte Plätze im Terrarium aufsuchen. Von diesen können sie ihr
Revier gut überblicken und bemerken jeden "Eindringling" sofort.
Es gibt aber auch territirial bezogene Weibchen, die mit ihrer Dominanten Art
für Unruhe im Terrarium sorgen können und sich immer wieder behaupten wollen.
Wird ein Kontrahent, also ein weiteres Männchen oder ein anderes Weibchen
entdeckt, zeigen sie heftige Nickbewegungen des Kopfes um den Eindringling zu
verscheuchen und ihren Rang klar zu stellen.
Diese Bewegungsabläufe geschehen schnell hintereinander und oft wird
zwischendurch wie wild durch das Terrarium gerannt.
Verlässt der Eindringlich nicht das Revier, oder antwortet mit einer
Beschwichtigungsgeste - langsamen Nickbewegungen und/oder langsamer Drehung des
Vorderbeins (Ärmchendrehen), kommt es unweigerlich zur Auseinandersetzung.
Die beiden Rivalen umkreisen sich mit abgeflachten Körpern. Sollte der
Eindringling auch jetzt nicht das Revier verlassen wollen, so kommt es zur
Beisserei. Die Tiere versuchen sich gegenseitig in den Schwanz des anderen zu
verbeißen, oder kräftig mit dem Maul in die Seite des Rivalen zu boxen.
Hierbei können ernsthafte Verletzungen entstehen, daher sollten die Tiere dann
umgehend getrennt werden.
Zum Glück sind in meinem Terrarium derartige Kämpfe noch nicht vorgekommen.
 Zwergbartagamen Weibchen winkt
Drohgebärden
Pogona Vitticeps können mit Hilfe des Zungenbeins ihren Bart an der
Kehlhaut und rund um die Mundwinkel aufstellen. Dieses sieht sehr imposant aus
und wird oft noch zusätzlich durch öffnen des Mauls verstärkt als
Abwehrreaktion.
Diese Fähigkeit ist bei Zwergbartagamen nicht allzu stark ausgeprägt. Dennoch
können auch Pogona henrylawsoni einen kleinen Bart durch aufstellen ihres
Zungenbeins erzeugen.
Auch wurden schon Laute wie Fauchen vom Halter wahrgenommen. In diesem
Fall sollte das Tier dann in Ruhe gelassen und nicht weiter bedrängt werden,
denn diese Reaktion bedeutet soviel wie: “Lass mich in Ruhe”

Zwergbartagamen Männchen stellt seinen Bart auf
Erkundungen der Umgebung -
Artgenossen - Menschen - Einrichtung
Eine typische Verhaltensweise ist das bezüngeln von
Einrichtungsgegenständen, Futter und auch den Artgenossen, oder aber auch uns
Menschen.
Hierdurch werden die sich an der Zunge befindlichen Duftstoffe an das
Jacobsonsche Organ weitergeleitet, wahrgenommen und verwertet. So werden durch
das belecken auch Artgenossen und Beutetiere identifiziert und vertrautes
wieder erkannt.
Jagdverhalten
Bartagamen sind Ansitzjäger. Im kurzen Sprung, oder Sprint erreichen sie
schnell ihre Beute. Sie können sehr gut sehen und haben ihre Beute
längst erkannt bevor sie sich auf die Jagd begeben. Bei meinen Tieren konnte ich
beobachten, das sie fast regungslos auf ihren Plätzen verharrten, um dann
plötzlich die Beute zu packen.

Im Sprung erjagte Mittelmeergrille
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