Home arrow Verhalten
Verhalten
Benutzer Bewertung: / 18
SchlechtSehr gut 

Zwergbartagamen sind sehr neugierig und interessieren sich für alles in ihrem Umfeld. Hierzu gehört auch alles, das außerhalb des Terrariums passiert. Sie beobachten sehr genau und reagieren auf Neuerungen und Veränderungen im Umfeld.

Ich halte eine Gruppe von einem Männchen und zwei Weibchen in meinem Terrarium.  In der Natur sind Zwergbartagamen allerdings Einzelänger, die sich meist nur während der Paarungszeit annähern und sich ansonsten aus dem Weg gehen.

Die Haltung mehrerer Männchen zusammen in einem Terrarium ist umstritten. Ich rate eher davon ab.

Bei der Haltung von mehreren Zwergbartagamen in einem Terrarium sollte beachtet werden, das die Tiere genügend Verstecke vorfinden und Platz zum rennen und klettern haben.

Im Terrarium kann man verschiedene Verhaltensweisen unterscheiden, die ich nachfolgend erleutern möchte.



Thermoregulation




Wie erwänt gehören  Zwergbartagame zu den wechselwarmen Tieren.  Nur in einem begrenzten Maß können sie dies aktiv beeinflussen. Zum aufwärmen (steigerung der Körpertemperatur) muss dem Tier im Terrarium eine  geeignete Stelle geboten werden. Zum einen durch bereit stellen von Sonnenplätzen und zum anderen durch schaffen von unterschiedlichen Temperaturzonen.

Am frühen Morgen sind die Tiere meist dunkler gefärbt. Sie such dann ihre Sonnenplätze auf und nehmen die Wärme durch abflachen des Körpers auf. Lokal unter dem Sonnenspot sollten daher Temperaturen von bis zu 50-55 Grad herrschen. Diese "Aufwärmphase" ist zur Anregung des Stoffwechsels notwendig.

Wird es der Zwergbartagame unter dem Sonnenspot zu warm, öffnet sie ihr Maul und beginnt eventuell sogar zu hecheln. Durch das öffnen des Mauls wird der Speichel verdunstet. Durch diese Verdunstungskälte kühlt sich das Tier ab. Reicht dieses allein nicht aus, werden die kühleren Stellen im Terrarium aufgesucht. Diese sollten kühler sein als die Grundtemperatur und in etwa 25-28 Grad betragen. Hierzu lest bitte auch den Bereich der Terrarienbeleuchtung.

 


Paarungsverhalten

In der Bewegung aufgenommen


Die Paarungsgebärden der Zwergbartagame ähneln deren  des Revierverhaltens, jedoch ohne das Weibchen zu verletzen.

Das Männchen nickt seinem Weibchen heftig zu. Das Weibchen antwortet meist dem nickenden Männchen mit winken, wenn sie zur Paarung nicht bereit ist. Ist das Weibchen paarungswillig senkt sie langsam ihren Oberkörper auf und ab und hebt ihren Schwanz etwas an.

Diese Gebärde bleibt vom Männchen natürlich nicht unerkannt und er beginnt das Weibchen zu umkreisen. Signalisiert das Weibchen immernoch Paarungsbereitschaft, so beisst das Männchen vorsichtig in den Nacken des Weibchens. Er versucht einen seiner beiden Hemipenisse in die Kloake des Weibchens einzuführen.

Dabei verschlingen sie sich etwas in einander und heben ihre Schwänze etwas zur Seite. Nach dem Paarungsakt lösen sich die beiden wieder von einander.

Manchmal kann das Paarungsspiel recht brutal aussehen, doch keine Sorge. Bisher ist noch keines meiner Weibchen zu schaden gekommen.



Revierverhalten

Oft sind es Männliche Zwergbartagamen, die ein ausgeprägtes Revierverhalten zeigen und erhöhte Plätze im Terrarium aufsuchen. Von diesen können sie ihr Revier gut überblicken und bemerken jeden "Eindringling" sofort.

Es gibt aber auch territirial bezogene Weibchen, die mit ihrer Dominanten Art für Unruhe im Terrarium sorgen können und sich immer wieder behaupten wollen.

Wird  ein Kontrahent, also ein weiteres Männchen oder ein anderes Weibchen entdeckt, zeigen sie heftige Nickbewegungen des Kopfes um den Eindringling zu verscheuchen und  ihren Rang klar zu stellen.

Diese Bewegungsabläufe geschehen schnell hintereinander und oft wird zwischendurch wie wild durch das Terrarium gerannt.

Verlässt der Eindringlich nicht das Revier,  oder antwortet mit einer Beschwichtigungsgeste - langsamen Nickbewegungen und/oder langsamer Drehung des Vorderbeins (Ärmchendrehen), kommt es unweigerlich zur Auseinandersetzung.

Die beiden Rivalen umkreisen sich mit abgeflachten Körpern. Sollte der Eindringling auch jetzt nicht das Revier verlassen wollen, so kommt es zur Beisserei. Die Tiere versuchen sich gegenseitig in den Schwanz des anderen zu verbeißen, oder kräftig mit dem Maul in die Seite des Rivalen zu boxen.

Hierbei können ernsthafte Verletzungen entstehen, daher sollten die Tiere dann umgehend getrennt werden.

Zum Glück sind in meinem Terrarium derartige Kämpfe noch nicht vorgekommen.


Zwergbartagamen Weibchen winkt

 


Drohgebärden

Pogona Vitticeps können mit Hilfe des Zungenbeins ihren Bart an der Kehlhaut und rund um die Mundwinkel aufstellen. Dieses sieht sehr imposant aus und wird oft noch zusätzlich durch öffnen des Mauls verstärkt als Abwehrreaktion.

Diese Fähigkeit ist bei Zwergbartagamen nicht allzu stark ausgeprägt. Dennoch können auch Pogona henrylawsoni einen kleinen Bart durch aufstellen ihres Zungenbeins  erzeugen.

Auch wurden schon Laute wie Fauchen vom Halter wahrgenommen.  In diesem Fall sollte das Tier dann in Ruhe gelassen und nicht weiter bedrängt werden, denn diese Reaktion bedeutet soviel wie: “Lass mich in Ruhe”


Zwergbartagamen Männchen stellt seinen Bart auf


Erkundungen der Umgebung - Artgenossen - Menschen - Einrichtung

Eine typische Verhaltensweise ist das bezüngeln von Einrichtungsgegenständen, Futter und auch den Artgenossen, oder aber auch uns Menschen.

Hierdurch werden die sich an der Zunge befindlichen Duftstoffe an das Jacobsonsche Organ weitergeleitet, wahrgenommen und verwertet. So werden durch das belecken auch Artgenossen und Beutetiere identifiziert und vertrautes wieder erkannt.



Jagdverhalten

Bartagamen sind Ansitzjäger. Im kurzen Sprung, oder Sprint erreichen sie schnell ihre Beute. Sie können sehr gut sehen und haben ihre Beute längst erkannt bevor sie sich auf die Jagd begeben. Bei meinen Tieren konnte ich beobachten, das sie fast regungslos auf ihren Plätzen verharrten, um dann plötzlich die Beute zu packen.


Im Sprung erjagte Mittelmeergrille